GALERIE FÜR ZEITGENÖSSISCHE SCHWEIZER KUNST

Richard Pichler

 

 

Richard Pichlers Foto-Triptychon-Serie «Jeder Augenblick ist alles» ist die Essenz seiner langjährigen beruflichen und persönlichen Auseinanderset-zung mit Kunst. Seinen Ursprung hat das Werk des Autodidakten in den 70er Jahren der amerikanischen Metropole New York, wo Pichler dem Kunst-schaffen rund 20 Jahre lang den Puls fühlte.

 

Bereits als Jugendlicher arbeitete der gebürtige Zürcher und ausgebildete Architekturmo-dellbauer bei namhaften Adressen wie Arne Jacobsen in Kopenhagen sowie bei Max Bill in Zürich. Dort erlernte er über handwerkliche Finessen hinaus insbesondere einen streng konzeptionellen Ansatz, der sein räumliches und ästhetisches Erfassen von Kunst bis heute prägt. Mitte der 60er Jahre kam Pichler erstmals mit der Welt des Kunsthandels in Berührung, in der er sich in den folgenden Jahrzehnten in leitender Position bewegen sollte. Den Einstieg ermöglichte ihm das Zürcher Auktionshaus Galerie Koller (heute Koller Auktionen), bei dem er sein Talent als Chef der Gemäldeabteilung, Ausstellungsmacher und Grafiker voll und ganz ausleben durfte. Es folgten Jahre als Direktor der Zürcher Filialen der bedeutenden Marlborough Gallery sowie der Galerie Maeght, in denen er führende Künstler wie Francis Bacon, Fernando Botero oder Antonio Tapiès kennenlernte. Doch das attraktive Angebot, die Galerie Koller in New York zu repräsentieren, führte ihn wieder zurück ins Auktionswesen.

 

Umtriebige Jahre in New York und Rückkehr nach Zürich

In New York verbrachte Pichler rund 20 Jahre am Puls der Kunst. Auf Tuchfühlung mit der Kunstszene im legendären Studio 54, verfolgte er neben der Akquisition und Bearbeitung von Auktionseinlieferungen für das Hause Koller stets auch eigene Projekte. 1978/79 organisierte er für die Römer Galleria Medusa die erste Subway-Graffiti-Ausstellung «The Fabulous Five». 1985 veranlasste ihn die Freundschaft zu in New York lebenden Schweizer Künstlern wie Not Vital, Hans Falk, oder Helmut Federle zur Publikation des Bandes «Swiss Artists in New York». Und als Manager der «Urban Gallery», dem Art Research Center von Toyota Japan, konzipierte er vielbeachtete Ausstellungen wie «The World through “Naïve“ Eyes», in welcher er Werke der klassischen Moderne, Bilder der Volkskunst und Kinder-zeichnungen gegenüberstellte. Die 90er Jahre brachten Pichler zurück nach Zürich, um im Auftrag eines Schweizer Bankiers die Galerie «Art Focus» für klassische Kunst des 20. Jahrhunderts im Zürcher Finanzquartier zu etablieren.

 

Eigene künstlerische Tätigkeit

William Turners Gemälde «Licht und Farbe (Goethes Theorie). Der Morgen nach der Sintflut» (1843) entfachte Pichlers Leidenschaft für die Kunst von früher Jugend an. Leuchtkraft, Bewegung, Spannung aber auch die meditative Wirkung des Werkes bildeten die Komponenten für sein eigenes künstlerisches Schaffen, das er in den 60er Jahren aufnahm. Doch erst in der kreativen Atmosphäre New Yorks sollte sich das Konzept der späteren Foto-Triptychen entwickeln. Mitte der 70er Jahre montierte er sein erstes Triptychon mit Nägeln und Faden in seinem Apartment im 28. Stock (54th Street/2nd Avenue) dort, wo sich das durch das Fenster einstrahlende Tageslicht bündelte. Das erste Nagel-Garn-Triptychon – eine eigentliche Meditationsfläche – wandelte sich später in monochrom bemalte Leinwände.

 

Bei Reisen durch die Weiten Amerikas fotografierte er bewusst die Linien am Horizont, die ihn zu Triptychen auf vorerst blankem Fotopapier anregten, auf denen feine Bleistiftlinien Schwingungen und Spannungen erzeugten. Als Folge begann er auch Fotomaterial in Triptychon-Format zu bearbeiten. Im neuen Jahrtausend wandte sich Richard Pichler schliesslich ganz der eigenen Kunst zu, welcher sich durch moderne Drucktechnik plötzlich ungeahnte Möglichkeiten eröffneten. Aus dem reichen Fundus seiner Fotokartei  schuf er die umfassende Triptychon-Serie «Jeder Augenblick ist alles». Die sorgfältig ausgewählten Aufnahmen sind exklusive Augenblicke, die wie der Titel sagt, unter meditativen oder erzählerischen Aspekten «alles»  enthalten. Gebannte Momente, die mittels Foto-Triptychen auf Leinwand um Dimensionen erweitert sinnliche Berührungsformen erschaffen.

 

Gerne steht Ihnen Kunst im West für weiterführende Informationen über Richard Pichler zur Verfügung: E-Mail: kunstimwest@bluewin.ch / Tel.: +41/43 321 32 39

 

 

Hardturmstrasse 121 8005 Zürich

Öffnungszeiten:

Vom 17.11. bis am 17.12. täglich von 13.30-21.00 Uhr geöffnet.

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